Die Epigenetik beschäftigt sich mit molekularen Mechanismen, die zur zellspezifischen Ablesung der Erbinformation führen. Sie bewirken, dass in Körperzellen der Großteil der Gene im Lauf der Embryonalentwicklung dauerhaft herunterreguliert oder abgestellt und nur ein kleinerer Teil exprimiert wird. Funktion und Morphologie unterschiedlicher Zelltypen bei identischem Gensatz, wird somit ganz wesentlich durch epigenetische Phänomene beeinflusst.
Eine bedeutende Rolle spielen hierbei kovalente chemische Modifikationen der DNA, sowie der sie verpackenden Histonproteine. Diese der DNA-Sequenzinformation übergeordnete Informationsebene (epi = grch. über) beeinflusst ganz wesentlich den Verpackungsgrad von Chromatin und damit die Zugänglichkeit für Transkriptionsfaktoren. Damit verbunden ist die Kompartimentalisierung des Genoms in Transkription zulassende (permissive) und unterdrückende (repressive) Bereiche, sowie deren Positionierung im 3-dimensionalen Kontext des Zellkerns. Im Unterschied zur genetischen Information ist die epigenetische Information dynamischen Änderungen unterworfen.
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